„Здравствуй солнце!“

Russlandaustausch 2018

Dass es in Russland im März noch bitterkalt sein würde, beflügelte uns als „Russischklasse" 9/3 geradezu, am traditionellen Schüleraustausch 2018 teilzunehmen und eine zweiwöchige Reise nach Twer anzutreten. Twer ist eine der ältesten russischen Sädte überhaupt. Eine weite Reise stand bevor: Sie ging 1.800 Kilometer bis an die Mündung des Flüsschens Twerza in die Wolga.

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Am 12.03. kamen wir nach einem kurzen zweistündigen Flug um 14 Uhr russischer Zeit in Moskau auf dem Flughafen Scheremetjewo an. Die meisten von uns betraten damit zum ersten Mal russischen Boden. Zwei Mini-Busse, organisiert von der russischen Schule, brachten uns nach Twer, wo unsere Austauschschüler bereits auf uns warteten. Vor lauter Riesen-Aufregung getrauten wir uns erst gar nicht auszusteigen, doch war dieser Schritt gewagt, wurden wir herzlich von unseren Gasteltern und unseren Austauschschülern begrüßt und brachen mit ihnen gemeinsam den Weg zu unseren neuen Familien an, wo wir den restlichen Tag verbrachten. Unsere Gastfamilien waren sehr herzlich, nett, wirklich sehr gastfreundlich, lasen uns jeden Wunsch von den Augen ab, halfen uns, wo immer sie konnten. Wir waren solche offene Herzlichkeit gar nicht aus Deutschland gewohnt. Es war sehr schön für uns, so etwas zu erleben und die Erfahrung zu machen, wie gut Menschen zueinander sein können.

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In unseren nächsten Tagen wurden wir vormittags in kleinen Gruppen in den Unterricht an unserer Partnerschule integriert. Danach besichtigten wir die Stadt, besuchten zum Beispiel das Tee-Museum oder das Bauern-Museum. Wir betraten aber auch eine Brotfabrik und kosteten begeistert alles, was dort hergestellt wird. Darunter befanden sich auch Suschki. Unter Suschki kann man sich kleine ringförmige Kekse vorstellen, welche oft zum Tee serviert werden. Zu unseren besonderen Highlights gehörten der Besuch einer Eiskunstlaufbahn, auf der wir mit unseren Russinnen und Russen Schlittschuh fuhren, und ein Tagesausflug in die Hauptstadt Moskau.

 

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Dort angekommen besuchten wir den Kreml. In der Nähe des Roten Platzes befindet sich das Grab des unbekannten Soldaten. Dort brennt eine Ewige Flamme das ganze Jahr über. Sie erinnert an alle unbekannten sowjetischen Soldaten, die im II. Weltkrieg gefallen sind, und warnt uns alle vor dem großen Leid, das jeder Krieg mit sich bringt. Wir sahen uns die Wachablösung an diesem Ort des Gedenkens an und waren sehr bewegt.


Danach besuchten wir den Roten Platz. Wir machten besonders schöne Fotos von der malerisch bunten Basilius-Kathedrale. Im Anschluss gingen wir zur neuen Attraktion in Moskau: eine Aussichtsplattform über dem Fluss Moskwa und fuhren schließlich 170 km nordwestlich zurück nach Twer.


Am nächsten Morgen überraschten uns die russischen Schüler mit einer Mini-Gala – schwungvollen Liedern, Tänzen und sogar einem Stück. Zu einem Song der Gala sangen wir begeistert mit: „Здравствуй солнце!"


Den Sonntag verbrachte jeder bei seiner Gastfamilie. Diese hatten sich schöne Ausflüge und Aktionen für uns ausgedacht. Einige Beispiele: Wir gingen ins Kino, andere zum Bowlen oder Reifenrodeln von einem Hügel in Twer. Andere trafen sich zu Hause und haben „Let's Dance" gespielt. Unsere halbrussischen Mitschüler konnten perfekt auf Russisch kommunizieren, uns anderen half das im Unterricht Erlernte – mit einigen Blackouts – oder wir versuchten es mit Englisch bzw. dem Online dictionary. Hände und Füße kamen auch zu Hilfe. Lustig wird es und führt zu vielfachen Erheiterungen, wird man z.B. gefragt: „Hast du das Ding schon gepackt?" in Ermangelung des Wortes „Koffer".


Der Abschied kam immer näher. Doch bevor es endgültig auf Wiedersehen hieß, ließen wir den letzten Abend noch entspannt mit einem Besuch in der Karaokebar ausklingen. Wir hatten alle einen Riesenspaß an dem Abend. Dann hieß es Abschied nehmen von unseren Gastfamilien. Wir fuhren mit dem Zug nach Sankt Petersburg, wo wir zuerst unser Hostel aufsuchten. Am selben Abend noch besuchten wir das Mariinski-Theater, einem der besten Häuser der Welt, und sahen das Ballett „Фонтан Бахчисарая" nach einem Poem von Alexander Puschkin.

 

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In den nächsten Tagen erwarteten uns viele Stadtrundfahrten. Wir besuchten mit ihr den Katharinenpalast mit dem berühmten Bernsteinzimmer. Dies ist die originalgetreue Nachbildung des echten Bernsteinzimmers, welches 1941 von den deutschen Besatzern geraubt wurde und seit 1945 verschollen ist. Außerdem erhielten wir die Gelegenheit, Teile der wundervollen Ermitage zu besichtigen. Sie ist eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Wir waren überwältigt von dieser Fülle.


Am Flughafen waren wir uns alle einig: Dieser Austausch war ein tolles Erlebnis!


Frau Mohns und Frau Rolletschek haben uns auf unserer zweiwöchigen Reise ins ferne Russland begleitet. Wir möchten uns ganz herzlich bei ihnen bedanken. Den Refrain von „Здравствуй солнце!" singen wir noch immer, denn er ist inzwischen zu unserer Klassenhymne geworden. Unser herzlichster Dank geht auch an unsere neuen Freunde in Russland, ihre Lehrer und Eltern. Alles lief wunderbar und bescherte uns unvergessliche Erlebnisse. Wir freuen uns schon sehr auf euren Besuch und hoffen, es wird euch bei uns auch so gut gefallen. До скорой встречи!


Laetitia und Florian, 9/3

Fotos: Klasse 9/3

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