Seit einem Jahr führt Carsten Sass als Schulleiter das TFG. Fontiweb hat Fragen von Schülern des Seminarkurses Deutsch zum Jubiläum gesammelt.

Herr Sass, mit welchen Gefühlen und Erwartungen sind Sie bei uns gestartet?
Ich war gespannt, ob die Schule ihrem guten Ruf gerecht wird, darauf, wie Eltern, Lehrer und Schülervertreter zusammenarbeiten und welche Ideen es für eine Weiterentwicklung der Schule gibt.

Welche Bilanz haben Sie nach dem ersten Halbjahr für sich gezogen?
Neben hochwertigem Unterricht gab es auch viele Aktivitäten mit Ausstrahlung nach außen, z. B. den Tag der Europäischen Sprachen, Wettbewerbe mit hervorragenden Platzierungen von TFG-Schülern, Exkursionen zum Beispiel zu Schülerlaboren und Klassenfahrten, die den Zusammenhalt gestärkt haben. Außerdem gab es ein hohes Interesse an einer weiteren Profilierung der Schule, die wir dann auch in Angriff genommen haben und deren Ergebnis man mit der MINT- und der Sprachklasse sowie der in diese beiden Richtungen weiterentwickelten Leistungs- und Begabungsklasse schon im kommenden Schuljahr sehen kann.

Und dann kam Corona: Wie hat die Schule auf den Ausbruch der Pandemie reagiert?
Sehr schnell. Wir konnten dank des Schulträgers auf eine Cloud-Lösung zurückgreifen und ein Team aus Schülern, Lehrern und Elternvertretern hat gemeinsam eine Plattform für Videokonferenzen über Jitsi entwickelt. Derzeit befinden wir uns in der Weiterentwicklung und werden die Schul-Cloud des Landes nutzen.

Generell stellte die Krise einen hohen Anspruch an die gesamte Schulfamilie. Für alle war es ungewohnt, verlangte Flexibilität, Verständnis füreinander und hohen Aufwand, dafür Danke an die Eltern, die Lehrkräfte, für die dies oft Zusatzarbeit bedeutete, und die vielen Schüler, die sich der Herausforderung gestellt haben. Ein großes Dankeschön aber auch an unser Verwaltungs- und Hausmeisterteam für die Unterstützung der Organisation und die Sicherstellung aller hygienischen Voraussetzungen. Und last but not least: Danke an Frau Reichl und Herrn Schulze, die mit ihrer Raum-, Personal- und Prüfungsplanung für eine Absicherung des Präsenzunterrichtes und auch der Prüfungen in der 10. Klasse und im Abitur gesorgt haben!

Wie viel wird so ein „Abitur des Abstands“ wert sein?
Es war sicherlich ein besonderes Abitur, aber dies gilt bundesweit. Bei uns in Brandenburg fehlten den Schülern knapp 1,5 Wochen Unterricht, die durch Heimaufgaben und Beratungsangebote der Lehrkräfte aufgefangen wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass unsere Schüler mit der Herausforderung sehr gut umgegangen sind, es ist dabei kein Unterschied zu den Vorjahren erkennbar.

Wann wird die Schule wieder „normal“?
Die Bildungsministerin hat bereits verkündet, dass wir nach derzeitigem Stand das neue Schuljahr im Regelbetrieb beginnen werden. Schule wird künftig sicherlich digitaler sein als vor Corona. Es hat sich aber auch der Wert des Präsenzunterrichtes gezeigt. Ich denke, wir alle können jetzt die Ferien gut gebrauchen, um dann mit frischen Kräften zu starten. Insofern wünsche ich allen schöne und vor allem erholsame Ferien!

Vielen Dank für das Gespräch.